It’s a win-winter!


It’s a win-winter!

Mit der Umstellung auf die Winterzeit ist alljährlich die gleiche modische Finsternis zu befürchten: Das mehrmonatige schwarze Loch in Form von dunkelfarbigen Winterjacken, die nach dem Eindunklen kaum noch sichtbar sind. Das muss nicht sein.

Der Winter wird nämlich grob unterschätzt: Die Auswahl an Stil-Elementen ist nie so gross wie in der Eiszeit. Noch dazu haben die Accessoires zumeist einen doppelten Nutzen: Handschuhe, Schals und Mützen geben warm und hieven ein Outfit aus dem nachtblau-schwarzen Einheitsbrei heraus. Hinzu kommen dezente Armbänder und fine leather Utensilien.

Für alle geneigten Leser, welche diese Saison nicht schwarzmalen, sondern mit modischem Esprit einen Kontrapunkt setzen wollen, haben wir einige Empfehlungen zum Umgang mit Accessoires zusammengestellt. Wir glauben, man kann auch im Winter modisch gewinnen – it’s a win-winter!

Scrabble_APCO

Schal mit Tetris Muster von «AP&CO Relaxed Tailoring» (QUALITÄT = 45 Scrabble Punkte).

N° 1 – FINGER

Auch Minimalisten kommen im Winter um Handschuhe nicht herum, die Stilvollen wählen gar eine Variante aus Echtleder. Nebst den klassischen Farben wie braun und schwarz lassen sich auch hellere Töne wie Cognac und Senf problemlos zu einer Kleidung mit Mantel kombinieren. Wichtig ist nicht nur das Äussere, sondern auch das Innenfutter: Oft stellt sich hier die Wahl zwischen echtem Tierfell oder synthetischem Fleece. Je nach Verwendung eignet sich das eine bessere als das andere, auf alle Fälle lohnt sich eine Beratung im Laden. Und wie immer bei Lederprodukten ist die Pflege das A und O: Vor Nässe schützen, nicht auf der Heizung trocknen und immer wieder mal von Hand in die Länge ziehen, damit die natürliche Elastizität erhalten bleibt.

Jasskarten

Heller Lederhandschuh aus der Traditionsmanufaktur HESTRA und vier Asse.

N° 2 – KOPF

Rote Ohren sind zwar ein Farbtupfer im Winter, aber nicht einen, den wir Ihnen wünschen. Viele Männer haben Mühe mit Kopfbedeckungen abseits der Skipiste. Ein Umstand, welcher der Tatsache geschuldet sein könnte, dass viele Herren ihre Möglichkeiten gar nicht kennen: Nebst konventionellen Wollmützen ist auch die Ballonmütze mit Bohemien-Einschlag im Winter hoch im Kurs. Daneben gibt es zahlreiche taugliche Hutmodelle mit schmaler oder breiter Krempe und Stoffband, inspiriert von der Form des englischen Bowler Hat oder des Filz-Fedoras von Indiana Jones. Auch die lustige Pudelmütze aus dem Skilager mit dem Logo des Schweizerischen Bankvereins hat ein qualitatives Update erlebt: Sie wird heute aus feinstem Wollgarn gestrickt und der Pompon fällt ein Stück grösser aus.

Monopoly

Wollmütze von The Inoue Brothers aus peruanischer Alpaca-Wolle und ein klarer Spielsieger.

N° 3 – HALS

Der Schal ist wohl deshalb das meist gesichtete Männer-Accessoires, weil er keine Grössenangaben braucht und somit problemlos verschenkt werden kann. Doch diese naheliegende Begründung wird den kunstfertig gewobenen Halsumwürfen nicht gerecht. Sie sind die beste Art, sich auf ein auffälliges Muster oder eine neue Farbe einzulassen. Zudem lassen sie sich auf mindestens so viele Arten binden wie Krawatten. In dieser Wintersaison besonders im Kommen ist der «Fanned Loop» – die aufgefächerte Schlaufe. Dafür den Teil der Schlaufe in einer klassischen Loop-Bindung so weit wie möglich auseinander ziehen, damit das Ganze richtig Volumen erhält.

N° 4 – HANDGELENK

Während im Sommer geknüpfte Armbänder in den Farben Jamaikas zum Anzugshemd schnell zu casual-alternativ wirken, sind hochwertige unifarbene Lederbänder im Winter eine willkommene Auflockerung – gerade im formellen Dresscode der Businesswelt. Egal ob geflochten oder aus Glattleder wichtig ist, dass ein Armband knapp vor dem Hemdärmel zu liegen kommt. Uhrenträger stimmen ein Bracelet mit ihrem Zeitmesser ab oder tragen es extra am anderen Handgelenk. Wie immer bei Accessoires ist zu bedenken, dass sie einen Look vervollständigen und nicht überladen sollen. Von einem Konvolut an goldenen Armketten raten wir tendenziell eher ab.

Pictionary

Tiger mit Lederarmbändern von Miansai aus Miami und von Neri aus Florenz.

N° 5 – ETCETERA

Wer mit den obigen Ideen auch im Winter nicht warm wird, dem bleibt immer noch eine ganze Palette an funktionalen Alltagsbegleitern wie schönen Schlüsselanhängern, ledernen Münz-, und Natel-Etuis oder Visitenkarten-Holders. Ein Vorteil der mehrlagigen Winter-Outfits ist ja gerade, dass sie über eine stattliche Menge an Taschen verfügen. Zudem wirken viele natürliche Materialien wie raues Wild- oder dunkel gefärbtes Narbenleder im Sommer einen Tick zu schwer. Der Winter hingegen eignet sich dafür bestens. Mister Frost spielt hier seine Vorteile aus – modisch gewinnen ist nie einfacher als jetzt.

Darts

Vier Dart-Pfeile im Bull’s Eye (200 Punkte) und ein Schlüsselanhänger von Neri mit der charakteristischen Lederschlaufe des Florentiner Hauses.

Die abgebildeten Spielsituationen verstossen teilweise gegen die offiziellen Spielregeln.