Eine kleine Artenkunde der Winterjacke


Eine kleine Artenkunde der Winterjacke

Winterjacke ist nicht gleich Winterjacke. Dahinter steht eine ganze Typenkunde. Hier sind die Facts, um kompetent mitzureden.

Der Mantel

Der im Englischen Topcoat genannte Mantel ist gewissermassen das Kombi-Modell: Er passt immer. Klassischerweise reicht er etwas bis zu den Knien oder sogar darüber. Er ist grosszügig genug geschnitten, damit er über dem Anzug getragen werden kann. Als äusserste Schicht eines business-konformen Outfits macht man mit ihm immer eine gute Figur. Seit einigen Jahren sind die Mäntel kürzer und taillierter, so dass sie von hinten nicht mehr wie Kutscherkutten aussehen. In schwarz oder dunkelblau passen sie auch bestens zu festlicher Kleidung. Für expressivere Zeitgenossen gibt es den hellen Kamelhaarmantel.

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Topcoat mit Stil: Alferano.

 

 

Caban Spiewack Golden Fleece

Apéro Ahoi!

Der Caban

Der Peacoat bzw. Caban ist die beste Wahl für Liebhaber kerniger Maskulinität. Ursprünglich als Uniformjacke von Schiffskapitänen und Sternenmatrosen entworfen, hat sich der Caban zum verlässlichen und vielseitigen Begleiter im Alltag entwickelt. Den richtigen Caban kann man auf zwei Seiten schliessen (links über rechts bzw. auch rechts über links), je nachdem, woher der Wind kommt. Die doppelte Knopfleiste und die vertikalen Taschen auf Brusthöhe geben ihm eine sportliche Note, der hohe Kragen sorgt für eine gehörige Portion Seefahrer-Coolness. Der Caban aus windfester Wolle darf durchaus etwas slim  d.h. eng anliegend  sitzen, denn sonst nützt er nichts gegen die kalten Windstösse in Strassenschluchten.

 

Der Anorak

 Er figuriert auch unter dem Namen Parka und ist perfekt für abenteuerlustige Grossstadtnomaden. Der Anorak verfügt im Normalfall über eine Kapuze und grosszügige Taschen, in die auch ein Stadtplan oder ein Reiseführer passen. Er kann um die Taille zusammen gezurrt werden und lässt dem Oberkörper viel Bewegungsfreiheit. Nicht selten haben Anoraks auf den Schultern Epauletten und verstellbare Riegel an den Ärmelenden. Der Fishtail, ein etwas längeres und geschlitztes Rückteil, ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, als die polyvalente Winterjacke von Fallschirmjägern getragen wurde und am Bein festgezurrt wurde. Noch heute werden die meisten Anoraks in Naturfarben wie moosgrün, nachtblau und erdigem braun verkauft. Für Expeditionen im urbanen Dschungel kann ein wenig Camouflage nicht schaden.

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Gewachster Anorak von Spiewak.

 

Die Daunenjacke

Die von Italienern auch Piumini genannten, wattierten Jacken erkennt ihn im Laden von weitem, denn sie nehmen am Kleiderbügel meistens doppelt so viel Platz ein wie andere Mäntel. Nicht umsonst wird die Daunenjacke in Amerika Puffy Vest genannt. Wer einmal eine mit Echtdaunen wattierte Jacke (wie z.B. den Arctic Parka) getragen hat, schwört bei eisigen Temperaturen auf diese verlässlichen Begleiter. Doch auch die synthetischen Füllstoffe wie Primaloft haben grosse Fortschritte gemacht. Die zumeist aus synthetischen Oberstoffen geschnittenen Jacken gibt es in allen erdenklichen Farben, als Veste oder auch mit abnehmbarer Kapuze. In der Regel haben sie doppelte Verschlüsse, also Reissverschluss plus Knopfleiste.

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Funktionale Daunenjacke mit Lawinensensor von Descente Dualism.

 

Der Bomber

Von allen Outerwear-Optionen für den Winter ist der Bomber die kürzeste. Er ist nur gerade hüftlang und wurde ursprünglich für Piloten im Ersten Weltkrieg konzipiert. Die Bomberjacken wurden im Cockpit als Teil der Fliegeruniform getragen und waren kurz, damit man nicht drauf sass. In den Kampfjets war es ausserdem oft eisig kalt und zugig, was den hohen Kragen erklärt, der für Bomberjacken charakteristisch ist. Die heutigen Modelle sind kaum noch für Kampfeinsätze geeignet und werden daher auch aus edleren Materialien mit weichen (Schaf-)Fellfütterungen hergestellt.
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Minimalistischer Bomber von Aspesi.