Wenn der «King of cool» und der «King of Pop» die gleiche Jacke tragen, dann sollte man sich das Modell genauer ansehen. Die G9 von Baracuta ist ein Stück Stilgeschichte, die noch lange nicht zu Ende ist. 

Das berühmteste Modell der britischen Jackenmarke Baracuta kennt man, auch wenn einem der Name nichts sagt. Es ist dieser kurze Blouson mit Stehkragen, zwei Knopftaschen und dem elastischen Saum, der je nach Wortwahl auch Lumber oder Bomberjacke genannt wird. Von unzähligen globalen Brands kopiert, kommt das Original von Baracuta ursprünglich aus Stockport, England und trägt die nüchterne Bezeichnung G9. Das unverkennbare Merkmal einer echten G9 ist das Innenfutter mit dem rot gestreiften Tartan-Muster, das – wenn offen oder halb geöffnet getragen –  das Kennerauge von weitem erkennt.

Baracuta V_Elvis

Die Geschichte von Baracuta geht auf das Jahr 1937 zurück, als die zwei Brüder John und Isaac Miller in einer kleinen Textilfabrik in der Nähe von Manchester die erste G9 herstellten. Damit aus dem unprätentiösen wind- und wasserfesten Blouson eine Ikone des «British style» wurde, brauchte es gewichtige Unterstützung aus dem Ausland. In den fünfziger Jahren wurden die Jacken erstmals in die USA vertrieben und erhielt so ein internationales Publikum. Auch in Hollywood gefiel der neuste Import aus England. Elvis Presley trug den G9 in beige auf dem Filmplakat von «King Creole» und im Folgejahr war James Dean in «Rebel without a cause» ein rebellischer Jungstar in einer knallroten Baracuta. Beide waren damit Vorläufer von Steve McQueen, welcher die Jacke sowohl privat als auch auf dem Set trug. So auch im Klassiker «The Thomas Crown Affair» von 1963 mit Fay Dunaway, dem wohl legendärsten «movie placement» der «Harrington jacket», wie die G9 zuweilen aufgrund einer weiteren Filmrolle auch bezeichnet wird.

Als Frank Sinatra die Original-Baracuta in «Assault on a Queen» 1966 ebenfalls auf der Leinwand trug, war der Ruf der G9 als casual Klassiker der Männergarderobe definitiv etabliert. Beeindruckend ist jedoch nicht nur Baracuta’s Hollywood-Karriere – die 2007 mit Daniel Craig alias James Bond in Quantum of Solace eine weiteren Glanzpunkt erreichte – sondern auch die Verbreitung des Baracuta Urmodells im kulturellen Kontext. So erkoren unterschiedlichste soziale Gruppen die G9 zu einem Must-have ihres Mode-Kodex. Punks und Mod-Anhänger trugen die Jacke mit dem Plaid-Futter genauso beherzt wie die Zukunftselite an Privatunis und deren Väter auf Golfplätzen und Segeljachten. Auch heute ist die «Golferjacke» ein idealer Begleiter für vielfältigste Freizeit- und Wochenendaktivitäten

Die G9 ist heute so unverkennbar britisch wie ein Paar jagdgrüne Gummistiefel oder ein in Saville Road parkierter Aston Martin. Wer sich für eine Baracuta entscheidet, der tut dies mit der Gewissheit, eine Wahl zu treffen, die Modetrends überdauert. Denn das Original ist immer die beste Wahl. Und natürlich bei AP&CO erhältlich, in einem schönen, herbstlichen Tweed.

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